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Donnerstag, 19. Dezember 2013

Weihnachten in China - business as usual


Liebe Leser,

zur Weihnachtszeit melde ich mich mal wieder mit einem kurzen Bericht.


Am Bund ist zwar weihnachtlich dekoriert - Weihnachtsstimmung ist aber noch nicht da...
Kurz gesagt verbringe ich meine Weihnachtszeit größtenteils studierend...


Auf einem kleinen Ausflug in der Stadt auf der Nanjing Road
Da in China Weihnachten lediglich ein kommerzielles Fest ist, geht hier der normale Alltag einfach weiter. Das heißt natürlich auch, dass die Uni weitergeht. Bis zu den Klausuren am Ende des Semesters, den Qimo Kaoshi in der zweiten gibt es ganz normal Unterricht. Weil ich noch eine Hausarbeit auf Chinesisch schreibe, bin ich unter zusätzlichem Zeitdruck.

Weihnachtsstimmung kommt da nur wenig auf...

Den ersten Advent habe ich mit einigen Freunden allerdings doch etwas weihnachtlich feiern können. Zusammen mit meinem Mitbewohner haben wir eine kleine Adventsrunde veranstaltet zu der es Marzipan, Spekulatius (den kann man sogar hier kaufen!) und Glühwein (aus chinesischem Wein und deutschem Glühweingewürz).

In kleiner Runde bei Glühwein und Marzipan

Das Glühweingewürz

Ein Adventskalender mit deutscher Milkaschokolade versüßt mir die letzten Tage bis Weihnachten.

Obwohl ich an allen Weihnachtstagen Unterricht habe, werden wir doch etwas unternehmen. Für den 23. werden wir hier ein paar Deutsche zusammenbringen und einigen lateinamerikanischen Freunden Glühwein "vorstellen" - ein Versuch eine Blau-unter-dem-Baum Veranstaltung nachzustellen...
Den Heiligen Abend verbringen wir bei einem argentinischen Freund meines besten Freunds aus Deutschland. Dort gibt es noch einige Ausländer, mit denen wir zusammen feiern können. Jeder bringt etwas typisches aus seinem Heimatland mit, so dass wir es schaffen sollten eine sehr internationale und vielleicht doch etwas heimische Atmosphäre zu kreieren. Wir versuchen uns dann mal am typischen Kartoffelsalat.

Ich wünsche euch allen eine Frohe Weihnachten (Weiß werden sie ja wohl nicht)

und

einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014!

Es steht ein spannendes Jahr bevor...



Euer Niklas

Donnerstag, 14. November 2013

中国的三角 -- Drei Ecken von China


... wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten in diesem Riesenreich.


Heute möchte ich euch von dem Besuch meiner Rundreise durch China und über den Besuch meines Bruders hier berichten, der mich in den deutschen Herbstferien für zehn Tage besucht hat.


Mit dem Transrapid ging es direkt nach der Ankunft in das pulsierende Shanghai.



Auf der West Nanjing Straße am Platz der Neuen Welt.


Im Yuyuan, einem chinesischen Garten, der noch aus der alten Zeit Shanghais stammt.



Shanghai, wie wir es als Metropole kennen, ist erst seit dem letzten Jahrhundert und eigentlich erst nach der Öffnungs- und Reformpolitik der 1980er Jahre zu der gigantischen 23-Millionen Einwohner zählenden Stadt von heute geworden. Die rasante Geschwindigkeit der Veränderung der Stadt ist an jeder Ecke zu spüren. 


Auf der höchsten Aussichtsplattform der Welt im Shanghai World Financial Center, der auch den Spitznamen "Flaschenöffner" trägt.



Nach nur eineinhalb hektischen Tagen ging es mit dem Flugzeug weiter...


In die südwestliche Provinz Sichuan. Sie ist vor allem bekannt für ihre Gewürze, aber auch für die vielen schweren Erdbeben, die hier alle paar Jahre in den Gebirgen passieren. Hier bohrt sich schon der indische Subkontinent unter die chinesische Platte und den sichuanesischen Minikontinent.


Eine Wandtafel in einem Tempel in der Provinzhauptstadt Chengdu. Ein Mann las seiner Frau den Text vor, der in traditionellen Schriftzeichen geschrieben ist.
Darunter: der berühmte Sichuanpfeffer. Nicht sehr scharf, dafür betäubt er aber die Zunge!


Unwirtliche Farben, hervorgerufen durch den hohen Kalkgehalt und den Mangel an Organismen, die im Wasser für die üblichen Zersetzungsprozesse sorgen. Auf 2.000 - 3.000 Metern höhe IST einiges anders.


Unser Ziel hier im Westen lag eine ca. zehnstündige Busfahrt von Chengdu entfernt. Der Nationalpark und Unesco Weltnaturerbe Jiuzhaigou (tschiou-tschai-gou), der nach seinen neuen (jiu) Dörfern (zhai) in den Schluchten (gou) benannt ist. Administrativ ist der Kreis ein autonomes tibetisches Gebiet, weil ein Großteil der Bevölkerung tibetisch ist. Die Kultur und Schrift sieht man überall. Jedoch ist es wie mit allen Minderheiten Chinas, sie werden hier ziemlich zur Schau gestellt und recht wenig ernst genommen wenn es nicht um traditionelle Tänze oder Essen geht...


Meine Kommilitonin Mareike ist mit uns ab Chengdu gereist. Sie kam gerade von einem Praktikum in der deutschen Botschaft Seoul. 


Beim Abendessen in einem Restaurant im Stil einer tibetischen Hütte gab es zum Abeschied für jeden Gast ein Lied in tibetischer Sprache. Da sind sie wieder, die singenden und tanzenden Minderheiten.


Die Fahnen, die man meist von Bildern des Himalaya kennt. Hier in den Bergen Sichuans sind sie an vielen Orten aufgehängt.

Neben der vergleichsweise sehr milden tibetischen Küche gibt es aber auch noch die chinesische Sichuan Küche. Höllisch scharf. Und wir haben schon die Varianten für Ausländer, die nicht komplett mit Chilli überladen werden. 



VORHER 


Und weil es so schön war die Nachher-Fotos von unseren beiden Höllen-Malen:

Ich habe sehr stark geweint und nach meiner Mama gerufen ;)

Am selben Abend ging es noch weiter nach Beijing.



Chinesische Inlandsflüge, hier wird einem Selbstmassage und Meditation ans Herz gelegt.


Auf dem Kohleberg hinter der Verbotenen Stadt.




Freitag, 2. September 2011

Das alte China 老中國

Nachdem ich im letzten Blogpost so viel vom Wandel geschrieben habe muss ich natürlich jetzt auch noch das alte China richtig präsentieren! Passenderweise hat sich dazu in den vergangenen Tagen häufiger die Möglichkeit ergeben, so dass ich reichlich Fotomaterial habe.
Einen Teil der Fotos habe ich nicht selber gemacht, weil sich Leute mit einer besseren Kamera die Mühe gegeben haben wirklich schöne Motive zu knipsen. Danke an Magnus


Im Longhua Tempel 龍華寺 ist China noch ganz das Alte - alles was Ahnenverehrung, Buddhismus und Spiritualität angeht ist noch traditionell in China









... endlich das alte China gefunden! :)



Auf den alten und typischen Märkten (hier in Zhujiajiao) findet man noch die ein oder andere fernöstliche Besonderheit - Hund ist übrigens nicht dabei! ;-) ... nur um Vorurteile abzubauen...


Gewürze aus dem Orient

朱家角 Zhujiajiao - die älteste Wasserstadt im Stadtgebiet von Shanghai (etwa 2 Stunden vom Zentrum entfernt)


Das Venedig Chinas

杭州 Hangzhou ist bekannt für den 西湖 "Westsee" von dem aus man in einem typischen Teehaus den Blick über See und Berge genießen kann
Manche fangen die Energien des Ortes ein...
Ein originaler Straßenzug mitten in Shanghai: hier wird die Wäsche noch auf der Straße getrocknet. Auf der anderen Straßenseite bringen die Bewohner eines neuen glänzenden 50-stöckigen Wohnkomplexes ihre Wäsche mit dem Auto in die nächste Wäscherei...

Ein wenig Chinastimmung kommt noch durch die Laternen auf, wenn man durch die aufgeräumten Stadtteile schlendert und die protzigen Audis, BMWs und Mercedes an sich vorbeirauschen sieht
Auch immer beliebt: kleinste Läden in denen man alles von einem spezialisierten 師傅/Meister bekommt. In so einem Fahr- und Motorradladen gibt es sogar noch alte chinesische Fahrradklingeln

Nachdem die erneuten technischen Schwierigkeiten überwunden sind, gibt es jetzt noch einmal eine Ladung Fotos!

Viele Grüße,

Euer
倪凱鬆 Ní Kǎisōng 
(葡萄 Pútáo bleibt nur noch als Spitzname erhalten, nachdem mir ein alter chinesischer Namensstempelmacher seine Verwunderung über diesen komischen Namen ausgedrückt hat)